November 12, 2003

History's Foundling

At the Frankfurter Rundschau, an excellent essay on the status of GDR history and The Historians, by Lindenberger and Sabrow (both at the Zentrum für Zeithistorische Studien in Potsdam):

Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, ist in den letzten Jahren die Renaissance der Totalitarismustheorie in Agonie übergegangen. Sie hat forschungspraktisch nicht gehalten, was sie geschichtspolitisch versprach. Die DDR erweist sich als umso komplizierter, je gründlicher sich die Forschung auf die konkreten historischen Grundlagen ihrer vierzigjährigen Existenz einlässt, anstatt nach Bestätigungen geschichtsphilosophischer Glaubenssätze zu suchen. Weniger die klaren Konturen totaler Herrschaft als vielmehr Aporien, Antinomien und Paradoxien prägten die Entwicklung dieses Staates. Je nachdem, unter welchem Blickwinkel sie betrachtet wird, ändert sie ihre Gestalt. Sie verkörpert zusammen mit ihrem westdeutschen Zwilling den Fortgang deutscher Nationalgeschichte in der Zeit der staatlichen Teilung, aber sie steht auch für die Preisgabe nationaler Eigenständigkeit auf dem Weg der Integration in den Ostblock. Sie präsentiert sich vom Anfang her betrachtet als die Inszenierung eines radikalen Neuanfangs und sozialistischen Gesellschaftsexperiments, das schließlich an widrigen Umständen scheiterte, und sie zeigt sich von ihrem Ende her gesehen als fortschreitender Verfall einer im Ansatz realitätsblinden Utopie, als "Untergang auf Raten", wie schon 1993 ein Buchtitel verkündete.

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via OSTBLOG (thanks, would've hated to miss this one!)

Posted by Heather at November 12, 2003 04:20 PM

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